Videoabend

12.08.2017

16:15 Uhr
Hedda Schattanik und Roman Szczesny
“Apartment Monologue” 2017, 16 Min

 

17:15Uhr
Michael Schmidt, Melina Hennicker, Andreas Woller
“BAU” 2016, 26 Min

 

Loop
Meirav Heiman
“The Villa (Part A)” 2003

 

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Hedda Schattanik und Roman Szczesny
“Apartment Monologue” 2017, 4K HDR 16:9 Video, 16 Min

In Apartment Monologue generiert das Künstlerduo virtuelle Elemente und verknüpft diese mit realen Landschaften. Inszenierte Kulissen vermischen sich mit der alltäglichen Umgebung in der die Künstler leben und arbeiten. Der 16 min. Film in 4K HDR wurde im Zusammenhang der Jubiläumsausstellung im Kunstverein („Asymetrische Architexturen“) innerhalb eines Monats produziert und hat sich dann unabhängig vom Thema der Ausstellung zu einem lang vergangenem Liebesdrama entwickelt, von dem der Betrachter nur die Überreste zu sehen bekommt – die abgefilmte Wohnung der Abwesenden als einzige Zeugin.

 

Hedda Schattanik (geb. 1992) und Roman Szczesny (geb. 1987) studieren seit 2013 in der Klasse von Andreas Gursky und Marcel Odenbach an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2014 arbeiten Schattanik und Szczesny offiziell als Duo. Neben einigen Ausstellungen in Düsseldorf und Umgebung (u.a. KIT, Kunsthalle, MuseumKunstPalast und Kunsthaus Essen) bereits bei den Kurzfilmtagen Oberhausen (2017) sowie bei dem EVA Project- Experimental Video Art Exhibition (2016) in Thailand vertreten.

 

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Michael Schmidt, Melina Hennicker, Andreas Woller
“BAU” 2016, 26 Min

Das Video BAU zeigt arbeitende Personen, bis ein Konstruktionsfehler zu panischer Verwirrung führt. Nachdem das Problem behoben wurde, oder schlicht aufgrund von Erschöpfung, löst sich die Spannung. Die Personen leben in ihrem Bau, genießen die Gemeinschaft und ihren Bau, bis sie von Sozialpanik ergriffen werden. Als die Situation eskaliert kommt es zu Handgreiflichkeiten. Nachdem der Höhepunkt überschritten ist beruhigt sich die Szene und der weiterer Ausbau des Baus wird besprochen. Der Film BAU ist Teil des umfassenden Environments BAU, das im Winter 2016 als Gemeinschaftsprojekt entstand. Für das Projekt verbrachten die Künstler mehrere Monate in einer unbeheizten Industrieruine.

 

Nach einem gemeinsamen Studium an der Münchener Akademie der Bildenden Künste bei Albert Hien arbeiten Melina Hennicker (geb. 1985), Michael Schmidt (geb. 1986) und Andreas Woller (geb. 1986) seit 2014 wiederholt als Kollektiv zusammen und generieren performative Installationen. Sie setzen sich gemeinsam mit Gegengebenheiten bestimmter Orte auseinander und transformieren diese durch performative, wie auch bildhauerische Handlungen.

 

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Meirav Heiman
“The Villa (Part A)” 2005, Loop

Die Video Villa (2005) beschäftigt sich mit sozialen Ritualen in einem kapitalistisch-bürgerlichen Kontext. Die performative Arbeit wurde von der Decke eines Wohnzimmers gefilmt und zeigt in einer Endlosschleife das unentwegte Verrücken von Wohnmöbeln vom einen zum anderen Ort. Diese obsessive Handlung wird im Laufe des Videos zu einem Ritual, jedoch ohne die Möglichkeit der Katharsis. Gefühle von Unbehaglichkeit und ständiger Suche stehen im starken Kontrast zu einem Ort der Harmonie, Sicherheit und des Komforts – einem Wohnort.

 

Meirav Heiman (geb. 1972) produziert in ihren Videoarbeiten, Fotografien und Installationen Momente der Vertrautheit und zugleich Entfremdung, indem sie alltägliche Situationen aus dem persönlichen Leben mittels Verfremdungsstrategien verzerrt und absurd erscheinen lässt. Heiman studierte zuletzt an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem und zeigte ihre Arbeiten in zahlreichen internationalen Gruppen- (u.a. im Tel Aviv Museum of Art, The Center for Contemporary Art/ Peking) und Einzelausstellungen (u.a. Herzliya Museum of Art/Israel) . Ihre Arbeiten sind in musealen und privaten Sammlungen vertreten.